Bienensterben: Konkurrenzdruck unter Schweizer Bienen

Während eines einzigen Sammelfluges kann eine Biene bis zu 100 Blüten bestäuben. (Bild:M. Rosenow)

In der Schweiz gibt es Milliarden von Bienen – weshalb wir zu den Ländern mit der höchsten Bienendichte weltweit gehören. Pro Quadratkilometer haben wir fast fünf Bienenvölker mit zehntausenden Bienen pro Stock.

Durch die westliche Honigbiene «Apis mellifera» werden etwa 80 % unserer einheimischen Blüten bestäubt. Dementsprechend spiel die Biene unter den Bestäubern die grösste ökologische Rolle und ist für gute Ernten und Artenvielfalt verantwortlich. Hummeln, Wespen, Wildbienen und Schmetterlinge bestäuben die restlichen 20 %. Allerdings sind diese auf nur eine Blütenart spezialisiert.

Fakt ist, dass laut einer Auswertung des Forschungsinstituts Agroscope im Jahr 2014 in der Schweiz 17’503 Imkerinnen und Imker mit 165’290 Bienenvölkern lebten. Diese Zahl ist bis heute gestiegen: Die Anzahl Bienenvölker dürfte heute 200’000 betragen. Angesichts des Bienensterbens auf der ganzen Welt ein gedämpfter Lichtblick. Jedoch betrifft das Bienensterben vor allem die Wildbienen. Solange Imker und Imkerinnen sich um die Honigbienen kümmern, sind diese nicht vom Aussterben bedroht.

«Colony Collapse Disorder» und Vorroamilbe als Herausfordung

Unerklärlicherweise gibt es trotzdem artenunabhängig grosse Verluste an Bienenvölkern. Besonders deutlich nehmen die Bienenvölkerbestände seit 2003 in ganz Europa ab. Forscher und Imkerverbände untersuchen die möglichen Ursachen für Überwinterungsverluste bei Honigbienen. Einerseits ist dem die Varroamilbe verschuldet. Andererseits wird die Abnahme der Bienenbestände der sogenannten «Colony Collapse Disorder» (CDD) oder auf Deutsch meist einfach «Bienensterben» angelastet. Beim CDD verschwinden die Arbeiterinnen über die Winterphase aus unerklärlichen Gründen. Sie lassen die Königin, die Brut und sogar die Nahrung zurück, was zum Aussterben des Bienenvolkes führt.

Vielschichtige Ursachen

Bis heute wurden die Gründe für das Sterben der Wild- und Honigbienen nicht wissenschaftlich abschliessend geklärt. Die Ursachen sind vielschichtig und gehen über die Zerstörung des Lebensraums, zunehmende Monokulturen in der globalen Landwirtschaft sowie Pestizide. Diese gehören zu öfters genannten Faktoren.

 

Bienen in der Schweiz können auch von Nahrungsmangel betroffen sein. Das Nahrungsangebot für Insekten in den Gärten und Feldern zurückgegangen. Gezüchtete Pflanzen ohne Nektar und Pollen wie beispielsweise Geranien und Rosen bieten den Bienen nicht genügend Nährstoffe. Auch Pflanzenschutzmittel kann für Bienen tödlich wirken. Die Chemikalien und Pestizide können die Orientierung der Bienen stören und ihr Immunsystem schwächen.

 

Konkurrenz unter Schweizer Bienen

Durch den schwindenden Lebensraum stehen die Schweizer Wildbienen unter Druck: Über 500 weitere einheimische Bienenarten leben nebst der Honigbiene in der Schweiz. Darunter zählen besonders Furchenbienen, Hosenbienen, Mauerbienen, Sandbienen, Maskenbienen und verschiedene Hummelarten.

 

Daneben schwindet der Lebensraum von Bienen stetig, was den Druck insbesondere auf Wildbienen erhöht. Im Gegensatz zu den Honigbienen, welche in Gemeinschaften leben, sind Wildbienen einsiedlerisch. Akut sind über 40 % der hiesigen Wildbienenarten vom Aussterben bedroht. Ihr Lebensraum muss deshalb geschützt werden, da auch Nistmöglichkeiten für Wildbienen werden immer seltener.

 

Dies liegt daran, dass Flächen versiegelt und Totholz entfernt wird. Erstaunlicherweise finden heutzutage viele Wildbienen heute in den Städten gute Bedingungen um zu überleben. Jedoch kann es unter den Bienen zu Konkurrenz führen, wenn zu viele diesen Lebensraum erobern.